Pergamon

Rote Halle

Am Fuß des Akropolishügels liegt im Stadtgebiet von Bergama die "Rote Halle". Unter Hadrian wurde sie gebaut. Wahrscheinlich war hier ein Tempel ägyptischer Gottheiten; zugleich war es ein Ort für den Kaiserkult. Das Hauptgebäude war ein 60 x 26 m großer Backsteinbau, der ursprünglich mit Marmor verkleidet war.

Seitlich des Hauptgebäudes stehen zwei überkuppelte Rundbauten von mehr als 16 m Höhe; sie dienten wahrscheinlich kultischen Zwecken. Wir haben jedenfalls einen dieser Rundbauten so nutzen dürfen und einen sehr schönen Gottesdienst gefeiert.

Akropolis

Aus der Stadt Bergama sind wir mit mehreren Taxis zur Akropolis von Pergamon hinaufgefahren. Unterwegs bot sich ein herrlicher Blick auf einen Stausee. Auch im Gelände ging es zunächst noch auf und ab.

Erstmals wird Pergamon um 400/399 vor Christus literarisch erwähnt. Zur Zeit der Diadochen gehörte Pergamon zum Herrschaftsbereich des Lysimachos. Er setzte Philetairos als Bewacher der Burg ein, in der mit ca 9000 Talenten ein großer Schatz, eine Kriegsbeute, aufbewahrt wurde. Mit dem Schatz gelang es Philetairos sich 281 v.Chr. unabhängig zu machen und mit den Attaliden eine Dynastie zu gründen, die bis 133 v.Chr. bestehen blieb. Um 188 v.Chr. erreichte das Pergamensische Reich den Höhepunkt seiner Macht und Ausdehnung.

Später kam Pergamon in die Hände der Römer und wurde zeitweise tributpflichtig. Hadrian allerdings erhob die Stadt zu einer metropolis, so dass Pergamon mit 200000 Einwohnern zeitweise die größte Stadt der Provinz war.

Im Jahr 663/664 n.Chr. fiel Pergamon zum ersten Mal in die Hände der Araber.

Heiligtümer

Zahlreiche Tempel und Heiligtümer gab es in Pergamon. Das berühmtes Bauwerk ist vermutlich der dem Zeus und der Athena geweihte Pergamonaltar. Das Rasterfundament dafür befindet sich noch heute auf dem Gebiet der antiken Oberstadt. Die Reste des Pergamonfrieses sind allerdings in Berlin zu besichtigen. Der Deutsche Ingenieur Carl Humann, der in der Gegend eine Straße bauen sollte, interessierte sich für das alte Pergamon und schaffte es, den Fries um 1872 nach Deutschland zu bringen.

Das nebenstehende Foto zeigt den Tempel für Trajan und Zeus Philios.

Bibliothek

Berühmt war auch die Bibliothek von Pergamon. Sie galt als eine der umfangreichsten Schriftensammlungen ihrer Zeit. Das machte die Ägypter neidisch und sie lieferten kein Papyrus mehr. die Menschen in Pergamon stellten um auf getrocknete Tierhaut, erfanden damit das nach ihnen benannte Pergament und es entwickelte sich die Buchkunst.

Der türkische Reiseführer Levent Bilgic erläutert anhand eines Lageplans die Orte und Tempel der Akropolis von Pergamon.

Musikalische Zusammenfassung

Melodie EG 503, 'Geh aus, mein Herz, und suche Freud...'

Geh aus und fahr nach Pergamon

den Berg hinauf mit Taxi komm.

Hier findst du Steine, Säulen.

Das waren Tempel, Bibliothek,

ein Theater - steil - wies kaum noch geht,

und ein geklauter Altar. Und ein geklauter Altar.

Melodie EG 321, 'Nun danket alle Gott...'

Wer nimmt nicht gern 'Papier'?

aus Ziegenhaut gefertigt.

In Pergamon entdeckt,

bald waren Bücher fertig.

Für eine Bibliothek,

die unermesslich groß.

Doch alles ist verbrannt

in Alexandria.

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