Laodikea

Anreise Laodikea

Von Ephesus aus fuhren wir mit dem Bus ins Landesinnere nach Laodikea, einer Ausgrabungsstätte, wo intensiv gearbeitet wurde. In Sichtweite waren dann auch schon Pamukkale und Hierapolis.

Stadtbild

Laodikea wurde um 260 v.Chr. von Antiochos II. gegründet und nach seiner Frau Laodike benannt. Erdbeben haben die Stadt im 1. Jahrhundert n.Chr. schwer verwüstet; sie erholte sich aus eigenen Kräften. In römischer Zeit war Laodikea ein wichtiges Baumwollanbaugebiet. Sehr gut lebte die Stadt auch von den Kurgästen und Pilgern, die das heilende - und damit heilige - Thermalwasser aus Hierapolis nutzten. Das Wasser wurde für eine spezielle, in Laodikea hergestellte, Augensalbe verwendet. Das Thermalwasser wurde auch genutzt, um zusammen mit einer bestimmten roten Pflanzenwurzel Stoffe purpurn zu färben. Bald war Laodikea die 'Purpurstofffabrik' des römischen Reiches.

Prachtbauten

Großzügige Straßen mit Säulenreihen an den Seiten, repräsentative Bauten, zwei Theater und ein im 3. Jahrhundert erbautes Nymphäum gehörten zum Stadtbild. Das Badehaus war wohl der Endpunkt einer Wasserleitung von den Thermalquellen her.

Restaurierungsarbeiten

Die Kirche

Bei Grabungen der Universität Denizli wurde eine der ältesten christlichen Kirchen freigelegt. Auf einer Grundfläche von 2000 Quadratmetern wurden Reste von Mosaiken und Fresken gefunden, die zusammen mit gefundenen Münzen auf das frühe 4. Jahrhundert datiert werden. Im Boden der Kirche ist ein Taufbecken eingelassen. Es hat Treppenstufen nach zwei Seiten hin und ermöglichte Massentaufen. Leider war die Kirche bei unserem Besuch nicht zugänglich.

Das Christentum

Laodikea wird im Neuen Testament häufig erwähnt. Es gibt dort schon sehr früh eine christliche Gemeinde. Am bekanntesten ist wohl das Sendschreiben aus der Offenbarung des Johannes 3,14-22: Es ist das letzte und einzige der sieben Sendschreiben, in dem die Gemeinde mit keinem Wort gelobt wird: Die Gemeinde, die sich selbst als reich einschätzt ist nach dem Urteil Christi dürftig und elend, arm, blind und nackt. Außrdem verkaufen sie zwar Augensalbe, sie selbst aber sind 'blind', glauben nicht und können das wichtigste nicht erkennen. Die Christen sollten 'weiße Gewänder' anziehen, weiß als Farbe der Reinheit und die Kleidung der Erlösten - eine Anspielung auf die vielen produzierten, verkauften und getragenen Purpurgewänder.