Izmir - Smirna

Smyrna

Nach unserem Start in Ayvalik und den Besichtigungen in Pergamon fuhren wir weiter nach Izmir/Smyrna. Izmir ist mit über 4 Mio. Einwohnern die drittgrößte Stadt der Türkei und nach Istanbul die zweitgrößte Hafenstadt.

Bereits um 6500 bis 4000 vor Christus gab es hier erste Siedlungen. Im 9. und 8. Jahrhundert vor Christus bauten die Griechen die Siedlung zu einer Polis aus. Smyrna erlebte seine erste Blütezeit und war Geburtsort und wichtige Wirkungsstätte des Dichters Homer.

Später gab es hier nur eine unbedeutende Siedlung. Erst im 4. Jahrhundert v.Chr. wurde die Stadt neu gegründet. Der von Antigonos angelegte Hafen machte Smyrna zu einer der reichsten Handelsstädte Asiens und die Stadt wurde als "Zierde von Ionien" bezeichnet. Der Hafen in Smyrna gewann an Bedeutung, weil der Hafen in Ephesus mehr und mehr versandete und immer weniger für den Handel nutzbar war.

Agora

Die Agora war der Marktplatz der Stadt, die Alexander als Nachfolgesiedlung des homerischen Smyrna gründen ließ. Teile der umlaufenden Säulenhallen wurden wieder aufgebaut, bei den Erdbeben 178 und 189 n.Chr. wieder zerstört und von Kaiser Marcus Aurelius neu errichtet.

Melodie EG 243, 'Lob Gott getrost mit Singen...'

Homer ist hier geboren.

Smyrna ist seine Stadt.

Der Handel hier aufblühte,

weil sie nen Hafen hat.

Die Agora als Marktplatz

hat lange Tradition.

Die Säulenhallen baute

der Kaiser Marc Aurelius schon.

Später diente der Platz lange als Friedhof, wie viele Grabsteine, auch aus osmanischer Zeit, beweisen.

Christliche Stadt

Smyrna war wichtiges Zentrum der christlichen Welt. Es gab schon sehr früh eine christliche Gemeinde. Eines der Sendschreiben aus der Offenbarung des Johannes ist an die Gemeinde in Smyrna gerichtet (Offenbarung 2, 8-11).

Der Kirchenvater Polykarp von Smyrna war im 2. Jahrhundert Bischof der christlichen Gemeinde. Er ist Verfasser eines Briefes an die Philipper.

155 n.Chr. traf sich Polykarp in Rom mit dem dortigen Bischof Aniket, um den 'Osterstreit' beizulegen, was aber nicht gelang: die östliche Kirche feierte Ostern am jüdischen Pessachfest; die westliche Kirche feierte am Sonntag nach dem Pessachfest. Beide behielten ihre Praxis bei.

Bei seiner Rückkehr nach Smyrna wurde Polykarp verhaftet. Er stand zu seinem Glauben. Als der Proconsul ihn aufforderte, dem christlichen Glauben abzuschwören, bot Polykarp ihm vielmehr an, ihn im christlichen Glauben zu unterweisen.

Polikarp wurde zur Volksbelustigung im Circus vorgeführt. Ihn von wilden Tieren zerfleischen zu lassen, lehnte der Proconsul ab, weil der Programmpunkt schon beendet war. Polykarp sollte verbrannt werden. Schnell wurde ein Scheiterhaufen errichtet, Polykarp obenauf gebunden und das Feuer von einer johlenden Menge angezündet. Aber die Flammen konnten ihm nichts anhaben. Vielmehr stieg ein Wohlgeruch vom Scheiterhaufen auf. Schließlich wurde Polykarp mit einem Dolch erstochen. Er soll 86 Jahre alt geworden sein.

Wir haben eine dem Polykarp geweihte Kirche in Izmir besichtigt; der jetzt amtierende Bischof der Gemeinde hat sie für uns geöffnet.

Impressum | Kontakt | Haftungsausschluss