Ruhrradweg

Start - Die Quelle

Schönes Wetter war für eine Woche angesagt; das wollten wir nutzen.
Mit dem Auto und die Fahrräder im Gepäck sind wir aufgebrochen nach Winterberg im Sauerland. An der Skisprungschanze am Ortseingang haben wir einen großen, kostenfreien Parkplatz gefunden. Unser Auto konnten wir dort stehen lassen, die Fahrräder mit Gepäck für drei bis vier Tage beladen und starten. Durch die Innenstadt radelten wir zur Touristeninformation. Hier erhielten wir gutes Material für den gesamten Ruhrradweg - von der Quelle bis zur Mündung in den Rhein: Eine Radwegkarte und ein Broschüre mit Übernachtungsmöglichkeiten an den verschiedenen Orten.
Vorbei am Bahnhof von Winterberg führte der Radweg aufwärts zur Ruhrquelle am Ruhrkopf. Die Steigungen - wie auch später noch manchmal an der Strecke - waren kurz und steil; meist führte der Weg aber durch ebenes Gelände.
Die Ruhr beginnt sehr bescheiden, fast tröpfchenweise. Allerdings ist der Platz an der Quelle für eine Ruhepause sehr schön hergerichtet.

Erholsame Abfahrt

Von Winterberg bis Olsberg hat nicht nur die Ruhr ein gutes Gefälle und wird durch Zuflüsse aus den Seitentälern schnell breiter; auch der Radweg bietet die Möglichkeit, die Räder rollen zu lassen. Manchmal ist es sogar sinnvoll, abzubremsen. Der Weg ist hervorragend ausgeschildert und meistens gut befestigt. Auch die unbefestigten Feld- und Waldwege lassen sich gut befahren.
Von Olsberg nach Meschede führt der Radweg manchmal an der B 7 entlang. In den Ortschaften gilt es aufzupassen, wenn Wege und Straßen in die B 7 einmünden.
Nach 48 Kilometern am ersten Nachmittag haben wir uns in der Touristeninformation in Meschede nach einer Unterkunft erkundigt. Wir haben es gewagt und ein Doppelzimmer in der Abtei Königsmünster bezogen. Es war eine günstige Unterkunft, eher noch im Jugendherbergsstil und ausgelegt für Gruppenveranstaltungen. So hat auch eine Oberstufenklasse aus einem Gymnasium dort gerade eine Veranstaltung für eine Woche durchgeführt. Das Frühstück war sehr reichhaltig.
An der Ruhr fanden wir in Meschede eine Pizzeria - eher nicht weiter zu empfehlen. Die Innenstadt erschien uns eher sehr gesichtslos, kaum alte Gebäude.

Rückenwind

Wir fuhren zwar von Ost nach West, um bergab fahren zu können. Dabei hatten wir möglichen Gegenwind aus Westen in Kauf genommen - aber uns nicht gewünscht. Es wehte ein uns sehr angenehmer Ostwind.
Auf gut ausgebauten Fahrradwegen - meist sehr nahe am Fluss - fuhren wir von Meschede aus flussabwärts. An manchen Stellen war der Radweg wegen Bauarbeiten gesperrt; auch in diesen Bereichen war die Umleitungsstrecke bestens ausgeschildert.
Der Wind hat uns locker bis Schwerte gebracht. Der Mitarbeiter in der Touristeninformation war - wie die junge Frau in Meschede - sehr freundlich. Allerdings musste er mehrfach telefonieren; erst im fünften Haus fand er für uns ein freies Doppelzimmer. Zu Fuß sind wir am Abend noch durch die Altstadt gewandert und haben wieder eine Pizzeria für das Abendessen gefunden - dieses mal sehr lecker.
Vorbei an manchen Stauseen ging es von Schwerte aus weiter gen Westen. An einer Stelle gab es eine Fähre über den Fluss - kostenfrei - "wenn Sie etwas geben wollen, dürfen Sie es gerne tun!" Leider fing es hier ein wenig an zu tröpfeln. Es wurde nicht viel, aber immer wieder fiel ganz leichter Regen. Am Südwestende vom Baldeneysee mussten wir unseren Regenschutz überziehen und es regnete recht stark. Von ortskundigen Wanderern auf ein Sperrwerk hingewiesen fuhren wir auf der Nordseite des Sees wieder zurück bis zu den "Südtiroler Stuben"; dieses Ausflugslokal bietet auch einige Doppelzimmer - eins war für uns noch frei, mit Blick auf den See.
Am nächsten Morgen war es wieder trocken. Durch Mühlheim wurde der Radweg in Höhe der Baumwipfel auf gut ausgebauten Wegen über Straßen hinweg geführt.
In Duisburg fuhren wir zunächst bis zur Mündung der Ruhr in den Rhein. Die letzten zwei Kilometer mussten wir zurückfahren, um durch die Innenstadt zum Bahnhof zu kommen. Mit dem Zug fuhren wir zurück nach Winterberg und hatten dabei häufig einen schönen Blick auf die Strecke, die wir geradelt waren. Es war noch trocken, als wir in Winterberg ankamen; allerdings hatten wir uns und die Fahrräder kaum aus dem Zug raus, fing es an zu regnen, es schüttete, was es mochte. Heftigen Starkregen haben wir auch auf der Autofahrt zurück nach Alfeld erlebt.

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