Pisa

Domplatz

Der Dombezirk mit dem Dom Santa Maria Assunta, dem Baptisterium, dem Campanile und dem Camposanto ist ein beeindruckender Bereich in Pisa. Die ehemalige Hafenstadt mit ihrer Nähe zum Meer lässt die blendend weißen Marmorbauten in hellem, weichem Licht erscheinen.
Schon im 5. oder 6. Jahrhundert gab es eine kleine dreischiffige Kirche außerhalb des ummauerten Stadtbereiches. 1063 wurde an dieser Stelle mit dem Bau des jetzigen Doms begonnen. In zeitlichen Abständen fügte man dem Dom das Baptisterium (1157), den Campanile (1173) und den Camposanto (Friedhof, 1278) hinzu. Da alle Bauten auf jungem Schwemmland errichtet sind, sind sie inzwischen alle etwas schief; der Dom immerhin 45 cm. Der Campanile wurde schon während der Bauphase zum schiefen Turm.

Dom Santa Maria Assunta

1063 hat Baumeister Buscheto begonnen, den heutigen Dom in Pisa zu bauen. Es wurde die erste italienische Kirche mit Vierungskuppel und ausladendem Querschiff.
Das Innere des Doms beeindruckt durch seinen gewaltigen Raum, ein breites fünfschiffiges Langhaus mit Säulenarkaden. Die 68 monolithenen Granaitsäulen des Langhauses wurden eigens für den Dom auf den Inseln Elba und Giglio geschlagen; auch die Kapitelle wurden nach antiken Mustern neu für den Dom gefertigt.
Das Mosaik in der Apsis zeigt Christus als Weltherrscher, "Pantokrator"; er ist umgeben von Maria und dem Evangelisten Johannes. "Ego sum lux mundi", 'ich bin das Licht der Welt', ist auf dem aufgeschlagenen Buch zu lesen.
Giovanni Pisano hat zwischen 1302 und 1311 die Kanzel geschaffen. Von den vier erhaltenen Kanzeln dieses Künstlers ist sie die älteste; sie ist am reichsten ausgestattet. Die Reliefs der Kanzel erzählen die Heilsgeschichte von der Verkündigung bis zum Jüngsten Gericht. Dabei reihen sich manchmal zwei und mehr Bilder auf einem Relieffeld.

Das Baptisterium

Es ist altkirchliche Tradition, dass die Taufkapelle der Kirche vorgelagert ist: wer getauft ist, darf das Heiligtum betreten. Die Baptisterien, Taufkapellen, in der Toskana sind achteckige oder runde große Kirchen, die nur dafür bestimmt waren, dass hier Menschen getauft, zu Kindern Gottes wiedergeboren wurden.
Mit Unterbrechungen wurde über 200 Jahre am Baptisterium in Pisa gebaut.
Im Innern teilt ein Kranz von Säulen und Pfeilern einen hohen Umgang ab.
Ein Kunstwerk ersten Ranges ist die von Nicola Pisano geschaffene Kanzel, die er 1259/1260 vollendete. Sie steht frei im Raum und ist nicht mehr an eine Wand angelehnt. Die Säulen, die die Kanzel tragen, stehen auf Löwen, die das zu überwindende Böse symbolisieren. Die großen Reliefs am sechseckigen Kanzelkasten zeigen Szenen aus dem Leben Jesu bis hin zum Jüngsten Gericht.
Das eigentliche Taufbecken steht mitten in der Taufkapelle und ist achteckig gestaltet. Geschmückt ist es mit Marmorintarsien.

Campanile

Wer hat nicht schon von Ihm gehört; er ist sprichwörtlich bekannt: der schiefe Turm von Pisa. Er steht - wie in Italien üblich, frei, abseits vom Dom. 1173 hat der Baumeister Bonanus begonnen, ihn zu bauen. Allerdings begann der im Bau befindliche Turm schon sehr bald, sich zu neigen. So wurden die Bauarbeiten zunächst nach dem dritten Geschoss eingestellt. Als Giovanni di Simone 1275 die Bauarbeiten fortsetzte, versuchte er durch eine deutliche Krümmung in die Gegenrichtung die Neigung des Turmes zu stoppen. Als im 14. Jahrhundert Turm und Glockenstube vollendet wurden, stand der Trum mehr als fünf Meter aus dem Lot. Da die Neigung zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts besorgniserregend zunahm, hat man den Turm für viele Jahr gesperrt und auf verschiedene Weise versucht, ihn zu stabilisieren. Die Arbeiten wurden 2001 abgeschlossen, die Neigung wurde auf 4,46 Meter reduziert und der Turm darf wieder bestiegen werden.

Camposanto

Der Friedhof der Pisaner, Camposanto, ist von einer hohen Mauer umgeben.
Berühmt ist der Friedhof durch seine Fresken. Zwischen 1330 und 1470 wurden zahlreiche namhafte Künstler verpflichtet, die riesigen Wandflächen mit ihren 2000 Quadratmetern zu bemalen. Es wurde der größte und bedeutendste Freskenzyklus des Mittelalters. Leider wurden diese bedeutenden Fresken, die über Jahrhunderte schon der Meeresluft ausgesetzt waren, im zweiten Weltkrieg sehr schwer beschädigt. Es erwies sich als sehr schwierig, die Fresken zu restaurieren.
(Die Fotos in der Tabelle unten lassen sich einzeln anklicken und öffnen sich in einem eigenen neuen Fenster.)

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