Nordkap

In Lakselv sind wir nur eine Nacht geblieben. Am nächsten Tag fuhren wir weiter in Richtung Nordkap. Allerdings stand nach wenigen Kilometern schon eine Wanderung auf unserem Programm, der Bus hielt und wir stiegen aus. Ein sehr schöner Weg führte uns auf einer Halbinsel direkt am Ufer des Porsangerfjords entlang. Es war ein sehr gut geführter Weg, ohne Schwierigkeiten und mit herrlichen Ausblicken über den Fjord.

Der Porsangerfjord ist zwischen 20 und 30 km breit und 123 km lang. Die Europastraße E69 führt nahe am Westufer des Fjords entlang, vorbei an zahlreichen Fischerdörfern. Diese Straße endet am Nordkap. Östlich der Insel Magerøya, auf der das Nordkap liegt, mündet der Porsangerfjord in das Europäische Nordmeer. Vom Festland auf die Insel mit dem Nordkap gelangt man inzwischen durch einen langen Tunnel unter dem Meer hindurch; früher gab es an einer Fährverbindung zwischen der Insel und dem Festland in den Sommermonaten lange Staus.

Kamøyvær

Schon auf der Nordkap-Insel steuerten wir zunächst die "Hornfelsenbucht", Honningsvag, an. Es ist der Hafen für Kreuzfahrtschiffe, deren Passagiere mit Bussen zum Nordkap fahren wollen. Auch die Hurtigruten legt hier kurz an. Unser Hotel allerdings lag außerhalb des Ortes. Es war ein riesiger Hotelkomplex. Die Gebäude waren erstellt als Unterkunft für die Sportler, die bei den Olympischen Spielen in Lillehammer dabei waren. Ein Investor hatte die Gebäude aufgekauft und hier wieder aufstellen lassen. In den Sommermonaten ist das Hotel mit mehreren hundert Personen belegt. In dem großen Speisesaal sind die Essenszeiten recht eng getaktet - eine gute halbe Stunde muss für jede Gruppe reichen. Es gibt in dem Hotel alle Zimmernummern mehrfach. Sie unterscheiden sich allerdings nach Farben, die an den Gebäuden, den Türen und den Schlüsseln zu finden sind. Wer dieses System nicht durchschaut, landet schon mal bei ihm fremden Menschen.

Da wir zu früh dran waren, um schon ins Hotel zu können, besichtigten wir vorher noch ein kleines Fischerdorf ganz in der Nähe: Kamøyvær. Der leichte Nieselregen, der uns an diesem Tag begleitete, hatte aufgehört, so dass einer kleinen Wanderung durch den Ort nichts im Wege stand.

Nordkap

Um am Nordkap auch die Mitternachtssonne erleben zu können, sind wir gegen 21.00 Uhr die ungefähr 30 Kilometer vom Hotel zum Kap mit dem Bus gestartet. Wir haben einen relativ günstigen Tag erwischt. Am Tag zuvor war die Zufahrtstraße gesperrt worden, weil ein Wohnwagen bei starkem Sturm von der Straße geweht war und geborgen werden musste. Am Tag nach unserem Besuch war es am Nordkap so nebelig, dass man überhaupt nichts sehen konnte. Wir haben das Nordkap bei sehr starkem Wind und mit wolkenverhangenem Himmel erlebt - die Sonne kam nicht zum Vorschein. Aber wir hatten trotzdem einen intensiven Eindruck von diesem besonderen Ort. Und selbstverständlich wurden unter der 'Weltkugel' viele Bilder aufgenommen.