Karasjok

Karasjok

Von Alta aus fuhren wir dem Bus nach Karasjok zuerst in Richtung Süden. An einem Parkplatz machten wir kurz Rast. Auf schmalen Wegen gingen wir vorbei an blühenden Blumen und hatten dann einen schönen Blick auf einen Wasserfall. Der Busfahrer konnte in dieser Zeit seine vorgeschriebene Pause einlegen.

Karasjok liegt im norwegischen Teil des Siedlungsgebietes der Samen nahe an der Grenze zu Finnland. Der Ort ist neben Kautokeino das zweite Zentrum der norwegischen Samen. Hier befindet sich der Sitz des autonomen Parlaments der Samen und von hier verbreitet ein Regionalsender in samischer Sprache ein eigenes Programm für die Samen im norwegischen Rundfunk. Unser vorrangiges Ziel waren ein Kultur- und Erlebnismuseum, ein Museum für samische Kultur und ein Zentrum für samische Künstler.

Die Samen leben in der Natur und mit der Natur; was sie zum Leben brauchen gewinnen sie vornehmlich aus pflanzlichen und tierischen Produkten: Nahrung, Kleidung, Wohnräume. Die Kleidung muss sehr winterfest sein; die tiefste in Norwegen jemals gemessene Temperatur lag am 1. Januar 1886 in Karasjok bei -51,4 Grad Celsius.

Zur Kultur der Samen gehören vor allem die Rentiere. Rentiere lassen sich aber nicht richtig domestizieren. Sie gehören zwar bestimmten Familien und Menschen, leben aber in freier Natur in großen Herden und sind jahreszeitlich bedingt immer dorthin unterwegs, wo sie Futter finden. Sehr schmackhaft sind für die Tiere Moose und Flechten, die sie - vor allem im Winter bei hohem Schnee - auch von Baumrinden abnagen.

Vor allem in Küstennähe und auch an den Ufern von Flüssen sind die Samen sehr stark auf Fischfang ausgerichtet.

Hausbau

Hier, im Samenmuseum von Karasjok, wird auch vorgeführt, wie Holzstämme bearbeitet werden, um daraus ein Holzhaus zusammen zu bauen.

Lakselv

Unser Quartier für die nächste Nacht war ein Hotel in Lakselv am gleichnamigen Fluss - zu deutsch: Lachsfluss. Auf dem Weg von Karasjok nach Lakselv haben wir noch einen Halt eingelegt. Auf einer Hängebrücke haben wir den Fluss überquert. Eine kurze Wanderung durch ein 'Lebensborn-Lager' aus der Nazizeit war zugleich erschreckend und bewegend. Von den ehemaligen Baracken ist noch ein Teil der Einrichtung zu erkennen: Mauerreste, Betten, Kamine, Stühle, Autowracks, die vor sich hin rosten. Freiwillig - wohl besser gesagt: verführt - wurden junge Frauen aus Deutschland hierher transportiert; sie sollten sich von jungen Norwegern schwängern lassen, um dem Führer soldatischen Nachwuchs zu schenken. Auf die schreckliche Besatzungszeit durch die Deutschen in der Nazizeit sind wir auf dieser Rundreise häufiger aufmerksam gemacht worden.

Hängebrücke

Die Brücke war nicht hoch. Sie schwankte nur sehr wenig. Es war für niemanden aus der Gruppe ein Problem, hinüber zu gehen.