Kritsa-Kirche

Panagia Kera

Nahe der Lassithi-Hochebene liegt der Ort Kritsa mit einer kleinen, weit über Kreta hinaus bekannten griechisch-orthodoxen Kirche: Panagia Kera. Sie ist dem 'Heimgang Mariä' geweiht, stammt aus dem 13. Jahrhundert und beherbergt sehr gut erhaltene und restaurierte byzantinische Fresken. Es handelt sich um eine dreischiffige Kuppelkirche. Die beiden Seitenschiffe sind gewölbebedeckt und spätere Anbauten an die ursprüngliche Kirche.

Die beiden Seitenschiffe haben Stützmauern, die bis zum Boden reichen. Das gibt der Kirche ihre eigentümliche Erscheinung. Vor allem aber wird verhindert, dass das statisch wohl nicht gut gelungene Gewölbe auseinanderbricht.

Der Innenraum ist mit byzantinischen Fresken bemalt, wobei alle Stile kretischer Kirchenmalkunst vertreten sind: vorgegebene Formen, starre Schemen aber auch gefühlvolle Persönlichkeitsdarstellungen mit Mimik und Ausdruck.

  • Das Mittelschiff ist der "Allheiligen Herrin" Maria geweiht, hier finden sich die ältesten Darstellungen. Die Motive des Mittelschiffes führen durch das ganze Kirchenjahr: Geburt Jesu, Kindermord in Bethlehem, Taufe im Jordan, Versuchung Christi, Auferweckung des Lazarus, Einzug in Jerusalem, Abendmahl, Kreuzigung, Erzengel, Propheten, Evangelisten und vieles mehr. Für orthodoxe Kirchen selten ist die Darstellung der Heiligen Georg und Franz von Assisi mit Tonsur und in brauner Kutte.

  • Die Fresken im Nordschiff, das dem Heiligen Antonius geweiht ist, sind zum Teil stark zerstört. In der Apsis ist der Pantokrator zu sehen. Die Wandmalereien zeigen das Jüngste Gericht und die zwölf Apostel im Gewölbe nach Osten hin. Auch der Stifter der Kirche, Georgios Mazizanis ist mit Frau und Kind dargestellt.

  • Der Heiligen Anna, also Marias Mutter, ist das südliche Seitenschiff gewidmet. Die Gesichter wirken frisch und sind sehr ausdrucksstark. Dargestellt sind die Verkündigung der Empfängnis Annas und Szenen aus dem Leben Marias. An den Seitenwänden werden Heilige frontal als komplette Figuren gezeigt; darüber befindet sich eine Reihe von Brustbildern. Auf der Südwand ist der Heilige Theodoros zu sehen. Das kräftige Pferd, auf dem er wie ein Heerführer reitet, wendet seinen Kopf.

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