Israel

Mittelmeerraum

Im Oktober 2012 waren wir 10 Tage in Israel - Fortbildung für Pastorinnen und Pastoren, durchgeführt vom Pastoralkolleg unserer Landeskirche.
Wir sind mit der türkischen Fluggesellschaft von Hannover über Istanbul nach Tel Aviv geflogen. Nebenstehende Karte, aufgenommen in Caesarea, zeigt den Mittelmeerraum. Mit Ochsenkarren waren die Menschen damals unterwegs. Über die Meere - das Mittelmeer, die Ozeane waren unendlich und gefährlich - segelte man mit Schiffen.

Tel Aviv

Tel Aviv ist die Hauptstadt Israels, mit dem Sitz der Regierung. Wir hatten für eine Nacht ein sehr schönes Hotel in Strandnähe.
Die Menschen in Tel Aviv geben sich modern und unkonventionell. Sie lieben das Nachtleben in Bars, Clubs, Discos, Restaurants und Kneipen. Im Sommer sind die Menschen ganz auf Strand eingestellt. Hier sind die meisten Vertreter der jungen israelischen Kunstszene zu Hause. Das Grollen der Ultraorthodoxen über das zügellose Tel Aviv wird überhört. "Über Tel Aviv sprach man bei uns in Jerusalem mit Neid und Hochmut, Bewunderung und Geheimnistuerei", schrieb der Schriftsteller Amos Oz.

Wir haben viel gesehen, gehört und erlebt, was mit dem Leben Jesu, der Geschichte des Landes, dem heutigen Leben in Israel und Palästina zu tun hat. Das Programm war auch wissenschaftlich hochkarätig von den Referenten Orten her.

Mir geht die Aussage eines frommen Juden nach: die meisten seiner Verwandten waren durch die Nazis umgebracht. Er ist in Israel aufgewachsen: "Nach dem 'Sieben-Tage-Krieg' von 1967 hatte Israel das Westjordanland besetzt und ich war davon überzeugt, dass wir nun die Palästinenser an unserem Wohlstand und Lebensstil teilhaben lassen. Der Schock kam, als ich beim Militär im gepanzerten Fahrzeug durch die besetzten Gebiete gefahren bin und feststellen musste, unter wie erbärmlichen, rechtlosen und unmenschlichen Bedingungen die Palästinenser leben mussten und müssen."
Ähnlich geht mir der Vortrag eines Mitgliedes des jüdischen Vereins Zochrot (zu deutsch: 'erinnern') nach. Der Verein versucht das Geschehen in Palästina während der Gründung des Staates Israel mit der Vertreibung der Palästinenser ins Bewusstsein der jüdischen Menschen zu rufen, um so die Völker miteinander zu versöhnen. Es war für mich erschreckend die Videos von 'Zeitzeugen' zu sehen, die sich damit brüsteten, wie sie die Palästinenser aus ihren Dörfern und Häusern vertrieben und sehr viele getötet haben.

Ich habe jetzt einen sehr fesselnden Roman über Israel und Palästina gelesen. Er hat für mich das Thema: 'Leben - Leiden - Lieben'. Er ist geschrieben von Susan Abulhawa und trägt den Titel: Während die Welt schlief

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