Riga

Stadt der Freiheit

Am Rande der Altstadt von Riga steht das wichtigste Denkmal der Stadt, des Landes und der drei baltischen Staaten: Das Freiheitsdenkmal. Es steht auf einer Freifläche mitten auf dem Freiheitsboulevard.

Eine Frauenfigur reckt die Arme hoch. Die drei Sterne, die sie hält, sind Symbol für die drei historischen Regionen Lettlands - Kurland, Livland und Lettgallen. Die grünliche Figur ruht auf einer grauen, schlanken Steinsäule. Auf dem Sockel am unteren Ende sind überlebensgroße, in Stein gemeißelte Freiheitskämpfer für die lettische Unabhängigkeit zu sehen.

Immer wieder legen Privatleute Blumen am Denkmal nieder, um damit an den langen, brutalen Freiheitskapf der Letten zu erinnern. Als Lettland in den 1930er Jahren unabhängig war, schuf der Bildhauer Karlis Zale dieses Denkmal. Die Sowjetischen Besatzer ließen einen Kreisverkehr drum herum anlegen. Sie wollten es eigentlich abreißen; aber der unerwartet starke Protest aus der Bevölkerung hat dies verhindert. Nachdem Lettland 1991 wieder unabhängig wurde, wurde eine große verkehrsfreie Zone rund um das Freiheitsdenkmal eingerichtet.

Gleich nebenan befindet sich der künstlich aufgeschüttete Basteihügel. Zwei Denkmalsteine darauf erinnern an zwei Kameramänner die 1991 hier starben, weil sie die Auseinandersetzung zwischen Letten und sowejtischen militärischen Spezialeinheiten filmen wollten.

Schlosskanal

Rechts und links des Freiheitsdenkmals verläuft der Schlosskanal mit einem breiten Grünstreifen. Es schlängelt sich ein ausgiebiger Spazierweg durch diese Grünanlage. Die schönen Pfade führen zu manchen Sehenswürdigkeiten.

Auf der anderen Seite des Grünstreifens, gegenüber der Altstadt, beginnt hinter dem Freiheitsdenkmal die Neustadt. Mit ihrem berühmten Jugendstilviertel steht sie zusammen mit der Altstadt von Riga auf der List des UNESCO-Weltkulturerbes.

Es lohnt sich, durch die Straßen des Jugendstilviertels zu spazieren und die prächtigen Häuser und Fassaden auf sich wirken zu lassen. Viele Häuser sind inzwischen sehr schön restauriert. Einige haben dies noch vor sich.

Altstadt

Wir waren in einem Hotel mitten in der Altstadt von Riga untergebracht. Von unserem Zimmer aus hatten wir einen schönen Blick auf die St. Petrikirche mit ihrem hohen Turm.

Auf dem Kirchplatz bezeugt ein Kunstwerk die Partnerschaft mit der Hansestadt Bremen - die Bremer Stadtmusikanten. Wie in Bremen und in zahlreichen anderen Städten findet sich auf der anderen Seite der Kirche auf dem Rathausplatz eine imposante Rolandstatue. "Roland" ist mit einem einfachen Schwert dargestellt. Er symbolisiert mit seiner Erhabenheit den Stolz der Stadtbevölkerung auf ihre Rechte, ihre Freiheit und ihre Errungenschaften.

Leiter hatte es bei der interessanten Führung durch die Altstadt von Riga geregnet; darum habe ich meinen Fotoapparat im Hotel gelassen.

Schwarzhäupterhaus

Auf dem Rathausplatz gegenüber dem Rathaus steht eines der bekanntesten Gebäude von Riga: das Schwarzhäupterhaus. Die Bezeichnung geht zurück auf die Bruderschaft der Schwarzhäupter, einer mittelalterlichen Vereinigung unverheirateter, wohlhabender Kaufleute im alten Riga. Wenn ihre Mitglieder heirateten verließen sie die Gemeinschaft und traten den mächtigen Gilden bei. Der Schutzpatron der Schwarzhäupter, der heilige Mauritius, wird in historischen Abbildungen stets mit dunkler Hautfarbe dargestellt.

Jurmala

An der Rigaer Bucht liegt der berühmte Badeort Jurmala; es ist ein Ort, der gleichsam künstlich aus mehreren Orten zusammengelegt wurde. Auf jeden Fall ist es nicht nur der Badeort der Reichen und Schönen, sondern eine interessante Mischung von Baustilen, Kultur, Wirtschafts- und Finanzkraft und sozialen Gruppierungen.

Aus Riga sind wir zunächst mit dem Bus herausgefahren, auf unsere Fahrräder umgestiegen und haben nach einer Strecke von knapp 10 km eine Kaffeepause eingelegt - in einer Fußgängerzone.

Radtour am Strand

Unsere Fahrräder hatten wir im Bus immer dabei. Wir mussten sie auf dieser Reise dafür oft aus- und wieder einladen. Im hinteren Teil des Busses waren sie - bei quergestelltem Lenker - sicher aufgehoben.

Der Sandstrand von Jurmala ist etwas besonderes: er ist sehr fest, so dass es sich leicht mit dem Fahrrad darauf fahren lässt; dass haben wir für einige Kilometer ausgenutzt. Während einer Picknickpause haben einige Mutige auch die Gelegenheit genutzt, in der kühlen Rigaer Bucht, die weit draußen in die Ostsee übergeht, zu baden.

Luft-Transport

Auf dem Weg von Jurmala zurück nach Riga in unser Hotel kamen wir in einer schmalen Gasse der Altstadt an einer Gruppe Studentinnen vorbei: sie hatten ihre Fahrräder "vollgepackt" mit Luftballons. Eindrücklich wurde es, als alle sechs Radlerinnen sich zwischen die Ballons setzten und losfuhren.

Wahrscheinlich hatten die Studentinnen Ihre Ballons nur mit normaler Luft gefüllt; sonst wären sie sicher einige Etagen über uns langgefahren.

Atlanten-Gebäude

Am Rande der Altstadt, gegenüber der Nationaloper, kommt man an einem Haus vorbei, das durch seine Fassade mit Barock- und Renaissance-Elementen hervorsticht. Aber berühmt ist es aus einem anderen Grund: Auf dem Eckturm stehen starke Männerfiguren, die einen riesigen, dunklen Erdball tragen - die Atlantengruppe. Wenn die Kugel nachts beleuchtet ist, ist der Eindruck besonders schön.

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