Otepää - Sangaste

Tartu

Auf unserem Weg in Richtung Süden regnete es weiterhin. Nach den Gutshöfen haben wir kurz Station in Rakvere gemacht. Hier sind wir auf den Wallberg - Vallimägi - gestiegen und haben von außen die alte Burgruine angesehen und uns im Souveniershop umgeschaut. Innerhalb der Burgruine hätten wir uns gegen teures Eintrittsgeld Übungen zu Ritterspielen ansehen können, Verzicht fiel nicht schwer.

Einen zweiten Halt legten wir in Tartu ein. Sie ist die älteste Stadt Estlands und als Universitätsstadt die "geistige Hauptstadt" des Landes. Vor der Universität waren die Fenster eines Uni-Gebäudes mit Fotos der lehrenden Professorinnen und Professoren bestückt. 1869 fand hier das erste große Sängerfest des Landes statt, dass inzwischen alle fünf Jahre in Tallinn gefeiert wird. Im 13. Jahrhundert kamen die deutschen Ordensritter hier her. Sie haben die altestnische Festung Tarbatu niedergebrannt und an ihrer Stelle eine Burg und eine Domkirche auf dem Domberg erbaut. Damit begann eine Blütezeit dieser Stadt, die seitdem Dorpat hieß und 1280 Mitglied der Hanse wurde.

Otepää

Mit dem Bus sind wir weitergefahren zu unserem Tagesziel Otepää. Dieser Ort liegt an einem See. Weil die Wolken sich langsam verzogen, sind wir vor dem Abendessen noch eine Runde als Ersatz für die ausgefallene Tagesetappe mit dem Fahrrad um den See gefahren. Auf diesen schmalen Wegen kamen uns viele Sportler entgegen, die auf Rollerski unterwegs waren: Otepää ist ein großes Trainingszentrum für den Wintersport. Auch die Nationalmanschaften anderer Länder trainieren hier: Langlauf, Biathlon, Skispringen.

Am nächsten Tag hatten wir, erfreulicher Weise, herrlichen Sonnenschein. Wir haben die Skisprunganlage besichtigt; es wurde auch auf ihr trainiert. In weitem Umkreis um die Skisprunganlage waren viele Wege für den Skilanglauf asphaltiert und zahlreiche Sportler trainierten auf ihren Rollerski.

Sangaste

Vor allem: an diesem Tag konnten wir unsere Fahrradtour wie geplant schon am Morgen beginnen. Unser erstes Ziel war das Schloss Sangaste. Das Schloss wurde um 1880 aus roten Ziegelsteinen erbaut. Der letzte Besitzer war Graf Friedrich Georg Magnus von Berg. Er war aktiver Landwirt und hat erfolgreich eine ertragreiche und kälteresistente Roggensorte gezüchtet; dafür wurde er vom russischen Zaren sogar mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.

Im großen Schlosspark ist ein Teich angelegt. Als wir dort pausierten waren hinter dem Schoss Kunststudentinnen dabei, das Schloss oder den Schlosspark zu malen - unter Anleitung ihres Professors.

Von Sangaste aus sind wir noch weitergeradelt bis zum Ortseingang von Valga. Dort sind wir in den Bus umgestiegen und haben bald danach die Grenze zu Lettland wieder passiert, um in Richtung Süden weiterzufahren - nach Sigulda.

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