Berg der Kreuze

Schon in Litauen, auf dem Weg über Klaipėda nach Nida auf die Kurische Nehrung haben wir einen kurzen Stopp beim Berg der Kreuze eingelegt. Auf und neben einem rund neun Meter hohen Hügel sieht man ein Meer von Kreuzen, Hunderttausende, dicht an dicht, aneinandergehängt, in unterschiedlichen Größen, einige geschnitzte Kunstwerke, andere aus den Souveniergeschäften vor dem Eingang.

Dieser Wallfahrtsort ist ein Symbol des Leidens und Gedenkens, der Liebe und der Hoffnung. Es ist ein besonderer Ort der Volksfrömmigkeit und war vermutlich eine Gebets- und Opferstätte.

Um 1850 wurde der Ort erstmals schriftlich erwähnt. Um 1900 gab es ungefähr 150 Kreuze, 1940 waren es 400. Danach kamen viele Kreuze für die Opfer des Stalinismus hinzu für die zigtausend Litauer, die nach Sibirien deportiert wurden und dort starben.

Die Gedankstätte wurde für die sowjetischen Machthaber ein Dorn im Auge. Darum ließen sie die Kreuze 1961 und 1975 mit Bulldozern plattwalzen. Doch am nächsten Tag waren wieder die ersten Kreuze da. Der Hügel wurde zu einem Symbol für den katholischen Glauben und die damit verbundene nationale Identität der Litauer. Zugleich wurde er zum Kristallisationspunkt für den Widerstand gegen das Sowjetregime und für die Unabhängigkeit des Landes. Ein Besuch von Papst Johannes Paul II mit einem großen Gottesdienst hat die politische Dimension dieses Ortes noch verstärkt.

Mit uns waren 14 Busse mit Pilgern an einem verregneten Wochentag an diesem Ort.

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