Nida - Nidden

Nida

Mit einer Fähre sind wir in Klaipėda zur Kurischen Nehrung rübergefahren. Dieser Schmale Streifen Land trennt das Kurische Haff von der Ostsee. Diese Landzunge ist 98 Kilometer lang und 400 Meter bis 3,8 Kilometer breit. Der Norden gehört auf 52 Kilometern Länge zu Littauen, der Rest im Süden zu Russland, dem Königsberger Gebiet. In beiden Teilen ist die Nehrung Nationalpark. Seit 2000 ist sie UNESCO-Welterbe.

Die schmale Landzunge ist purer Sand und eine der interessantesten Landschaften Europas. Auf der Haffseite finden sich verträumte Fischer- und Feriendörfer. Hier wird an vielen Orten geräucherter Fisch - ZUVIS - nach kurischem Rezept verkauft. Die Fenster- und Giebelrahmen der malerischen Holzhäuser sind meist in kräftigem Blau gestrichen. Vor den Häusern stehen Holzpfähle mit Kurenwimpeln an der Spitze. Diese Wimpel mussten nach der preußischen Fischereiverordnung von 1844 ursprünglich am Mast der Fischerkähne befestigt sein. Sie geben auch heute noch Auskunft über den Beruf, die Familie und anderes. Auf der Haffseite gibt es idyllische Schilfbuchten; die Ostseeküste ist ein endlos scheinender, goldig farbener Sandstrand.

Nida (Nidden) ist der Hauptort der Kurischen Nehrung, ihr beliebtester und schönster Ferienort, Kurort, Fischerdorf und Hafen. Der Ort ist herrlich gelegen am Wasser des Haffs und im Norden und Westen von sattgrünen Wäldern eingesäumt.

Thomas-Mann-Haus

Nach einem Aufenthalt 1929 in Nida ließ sich Thomas Mann auf dem "Schwiegermutterberg" in bester Lage eine Sommerresidenz bauen. vom Haus aus hat man einen herrlichen Blick auf das Haff. Der Dichter verbrachte hier allerdings nur drei Sommer mit seiner Familie, von 1930 bis 1932. Später musste er ja vor den Nazionalsozialisten aus Deutschland in die USA fliehen. Das Haus wurde im typischen Stil der Nehrung mit Reetdach gebaut; es wurde restauriert und dient jetzt als kleines Gedenkmuseum.

Nehrung

Auf der Kurischen Nehrung gibt es eine Straße und einen Fahrradweg von Norden nach Süden. Wir haben einen Tagesausflug mit dem Rad unternommen in Richtung Norden bis zu dem kleinen Fischerort Juodkranté. Allerdings haben wir auf halber Strecke eine Fahrradpause eingelegt und sind auf die größten Wanderdünen gestiegen. Auf ihrer Wanderung haben die Dünen 14 Dörfer unter sich begraben. Schuld war der Mensch: auf der urspünglich grünen und mit verschiedenen Bäumen bewachsene, waldreiche Insel wurden die Bäume gefällt und für den Haus- und Schiffbau genutzt. Der Sand lag frei und wurde von Wind und Wetter bewegt. Erst um 1900 hat man begonnen, den angerichteten Schaden wieder gut zu machen. Die Nehrung wurde wieder mit hier heimischen Bäumen und Sträuchern bepflanzt.

Der Radweg wurde dann ein großes Stück an der Ostsee entlang geführt. Einige aus der Gruppe haben die Gelegenheit genutzt, zu baden. Am späten Nachmittag sind wir mit den Rädern - jedenfalls die meisten aus der Gruppe - zurückgefahren nach Nida.

Am nächsten Vormittag haben wir zu zweit noch eine Wanderung auf die zweithöchste Düne der Nehrung, die Parnidder Düne unternommen. Sie ist 52 Meter hoch. Für den Aufstieg ist der Sand mit 170 Treppenstufen belegt. Oben auf der Düne steht eine fast 14 Meter hohe Sonnenuhr mit alten baltischen Kalenderinschriften.

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